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Generationen verbinden – Eine Fokustour durch den Landkreis Bautzen zeigt gelebtes Miteinander

Wie vielfältig und lebendig Generationenarbeit im ländlichen Raum sein kann, zeigte eine Fokustour der Sächsischen Generationenagentur durch den Landkreis Bautzen. Geschäftsführerin Manuela Thomas besuchte gemeinsam mit Susann Rüthrich, Kinder und Jugendbeauftragte der Sächsischen Staatsregierung, sowie Thomas Früh, Landesseniorenbeauftragter des Freistaates Sachsen, mehrere Orte, an denen generationenübergreifendes Engagement tagtäglich gelebt wird. 

Die gemeinsame Teilnahme der beiden Landesbeauftragten machte die Tour zu etwas Besonderem. Kinder, Jugendliche und ältere Menschen wurden bewusst gemeinsam in den Blick genommen. Ziel der Fokustour war es, Projekte vor Ort kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und zu sehen, wie Generationenarbeit ganz konkret gelingt. 

Einsamkeit begegnen. Besuch bei der Telefonseelsorge Oberlausitz 

Die erste Station führte zur Telefonseelsorge Oberlausitz. Da die Standorte der Telefonseelsorge aus Schutzgründen anonym bleiben, fand der Besuch in den Räumen der Diakonie Bautzen statt. Begleitet wurde dieser Termin auch von Franziska Schubert, Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90 Die Grünen im Sächsischen Landtag sowie Kristin Penther, Dezernentin im Landratsamt Bautzen. 

Alexander Jesinghaus, Geschäftsführer der Diakonie Bautzen, und Sven Enger gaben Einblicke in die wichtige Arbeit der Telefonseelsorge. Sven Enger engagiert sich seit vielen Jahren als Telefonseelsorger und leitet unter anderem die Ausbildung neuer Ehrenamtlicher. Diese dauert rund ein Jahr und bereitet die angehenden Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger intensiv auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe vor. 

Im Gespräch wurde deutlich, wie zentral Themen wie Einsamkeit, persönliche Krisen oder Überforderung für Menschen aller Generationen sind. Die Telefonseelsorge bietet hier rund um die Uhr ein offenes Ohr und ist für viele Menschen ein wichtiger erster Anlaufpunkt. 

Engagement, das Generationen verbindet. Valtenbergwichtel e. V. 

Weiter ging es nach Neukirch zum Valtenbergwichtel e. V. Bürgermeister Jens Zeiler und Vereinsgeschäftsführer Tilo Moritz begrüßten die Gäste auf dem Gelände des Vereins. 

Während eines Rundgangs nahm Tilo Moritz die Gruppe mit durch die Geschichte des Hauses und des Vereins. Der Valtenbergwichtel e. V. entstand nach der Wende aus dem Engagement junger Menschen heraus und hat sich seitdem zu einem wichtigen Ort für Begegnung im Ort entwickelt. 

Heute finden hier ganz unterschiedliche Angebote Platz. Klassenausflüge von Schulklassen gehören genauso dazu wie Bandproben oder Aktivitäten in der Skatehalle, in der auch das Titelbild von Susann Rüthrich, Manuela Thomas und Thomas Früh entstanden ist. Gleichzeitig gibt es einen Müttertreff, Begegnungsangebote für Seniorinnen und Senioren sowie zahlreiche weitere Veranstaltungen. Der Verein zeigt eindrucksvoll, was möglich wird, wenn Menschen sich mit Herzblut engagieren und gemeinsam Räume für Begegnung schaffen. 

Handwerk mit Zukunft. Die Töpferei Lehmann 

Ein weiteres Ziel der Tour war die traditionsreiche Töpferei Lehmann. Der Familienbetrieb wird bereits in sechster Generation geführt und steht beispielhaft dafür, wie Wissen, Erfahrung und handwerkliches Können über Generationen hinweg weitergegeben werden. 

Gleichzeitig zeigt die Töpferei, dass traditionelles Handwerk auch heute Zukunft hat. Das Interesse an Ausbildungsplätzen ist groß und viele junge Menschen möchten dieses Handwerk erlernen. Hier wird deutlich, wie lebendig Handwerk bleiben kann, wenn Erfahrung und neue Ideen zusammenkommen. 

Ein Ort der Begegnung. Treffpunkt der Generationen in Wilthen 

Am Nachmittag empfingen Bürgermeister Michael Herfort und Katja Wagner die Gäste im Treffpunkt der Generationen in Wilthen. Der Begegnungsort wurde vor etwa einem Jahr wieder neu belebt und hat sich seitdem zu einem wichtigen Treffpunkt im Ort entwickelt. 

Katja Wagner organisiert viele der Angebote und bringt Menschen unterschiedlicher Generationen zusammen. Im Treffpunkt entstehen vielfältige Formate. Jugendliche unterstützen ältere Menschen in Digitalkursen dabei, ihre Smartphones zu bedienen und sich sicher in der digitalen Welt zu bewegen. Gleichzeitig gibt es Erzählcafés, gemeinsame Frühstücke, Brunchangebote oder Bastelnachmittage für verschiedene Generationen. 

So entsteht ein Ort, an dem Begegnung selbstverständlich wird und an dem Menschen voneinander lernen können. 

Tradition im Wandel. Besuch in der Weinbrennerei Wilthen 

Den Abschluss der Fokustour bildete ein Besuch der traditionsreichen Weinbrennerei in Wilthen. Bei einer Führung erhielten die Teilnehmenden Einblicke in Geschichte und Entwicklung des Betriebs. 

Die Mitarbeiterin, die durch die Brennerei führte, arbeitet dort bereits seit mehreren Jahrzehnten und hat viele Veränderungen im Handwerk und in den Produktionsverfahren miterlebt. Ihr Wissen und ihre Erfahrung zeigen, wie wichtig es ist, Kenntnisse über Generationen hinweg weiterzugeben. 

Gleichzeitig wurde deutlich, dass dieses Handwerk heute vor der Herausforderung steht, wieder mehr junge Menschen für den Beruf zu gewinnen. Damit Tradition und Wissen auch in Zukunft weitergetragen werden können, braucht es neue Generationen, die diesen Weg weitergehen. 

Gemeinsam Generationenarbeit stärken 

Die Fokustour machte eindrucksvoll sichtbar, wie wichtig Orte der Begegnung, engagierte Menschen und unterstützende Strukturen für gelingende Generationenarbeit sind. Ob in sozialen Projekten, Vereinen, Handwerksbetrieben oder kulturellen Einrichtungen. Überall dort, wo Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenkommen, entsteht gesellschaftlicher Zusammenhalt. 

Ein herzlicher Dank gilt allen Gastgeberinnen und Gastgebern sowie den vielen Ehrenamtlichen und Engagierten vor Ort, die ihre Türen geöffnet und Einblicke in ihre Arbeit gegeben haben. Sie sind es, die Generationenarbeit täglich mit Leben füllen und Begegnung zwischen Jung und Alt möglich machen. 

Ebenso danken wir den politischen Vertreterinnen und Vertretern, die solche Projekte ermöglichen, begleiten und sichtbar machen. Ihr Engagement trägt dazu bei, dass Generationenarbeit gestärkt und weiterentwickelt werden kann. Gemeinsam zeigt sich, wie viel Potenzial im Miteinander der Generationen steckt.