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Generationenarbeit im Quartier

Was Wohnen mit Zusammenhalt zu tun hat

Einblick in die Verbandsmitteilungen der sächsischen Wohnungsgenossenschaften

Wie leben wir gut miteinander – heute und in Zukunft?

Diese Leitfrage steht im Zentrum eines Beitrags in der aktuellen Ausgabe der Verbandsmitteilungen des VSWG (04 | 2025). Auf den Seiten 34 und 35 wird Generationenarbeit als Antwort auf den demografischen Wandel vorgestellt und die Rolle der Sächsischen Generationenagentur (SGA) im Zusammenspiel von Engagement, Kommune, Wohnen und Quartier eingeordnet.

Der Artikel macht deutlich: Generationenarbeit ist keine einzelne Maßnahme, sondern eine Querschnittsaufgabe, die Bildung, Pflege, Engagement, Digitalisierung und ausdrücklich auch Wohnen und Quartiersentwicklung verbindet.

Wohnungswirtschaft als Teil der Generationenarbeit

Am Beispiel des Quartiersmanagements in Mittweida verdeutlicht der Artikel, wie Wohnungsunternehmen Generationenarbeit praktisch ermöglichen: durch niedrigschwellige Begegnungsformate, gemeinschaftliche Aktionen, Beteiligung der Mieterschaft und persönliche Begleitung von Veränderungsprozessen im Wohnumfeld. Der zuständige Projektmitarbeiter gehörte zu den Finalisten des Sächsischen Generationenawards in der Kategorie Lebens- und Wohnumfeld

Die Rolle der Sächsischen Generationenagentur – Unterstützen, vernetzen, sichtbar machen

Die Verbandsmitteilungen beschreiben die SGA als koordinierende Struktur, die Generationenarbeit unterstützt, Netzwerke stärkt und bestehende Angebote sichtbar und zugänglich macht. Im Fokus stehen dabei nicht abstrakte Konzepte, sondern Menschen, Orte und Formate, in denen das generationenübergreifende Miteinander konkret wird.

Ein zentrales Instrument ist das Generationenbotschafter-Programm, das engagierte Personen qualifiziert, vor Ort Brücken zwischen den Generationen zu bauen – in Gemeinden, Vereinen, Nachbarschaften und Quartieren. Die Botschafter wirken als Multiplikatoren, vernetzen Akteure und tragen generationenübergreifende Ansätze in die Fläche.

Gerade im Quartier zeigt sich, wie Generationenarbeit wirkt – nicht als Projekt, sondern im Alltag. Wohnungswirtschaft schafft Räume, in denen Begegnung, Vertrauen und Verantwortung füreinander entstehen können.

Torsten Pötzsch | Referent für kommunale Entwicklung bei der Sächsischen Generationenagentur

Der Beitrag blickt zudem auf den 4. Sächsischen Generationendialog am 22. Oktober 2025 in Bautzen zurück. Er wird als zentrale Fach- und Netzwerkveranstaltung Sachsens beschrieben, bei der erstmals der Sächsische GenerationenAward verliehen wurde. Sieben Auszeichnungen gingen an Projekte aus unterschiedlichen Handlungsfeldern – darunter Bildung, Engagement, Gesundheit, Digitalisierung und Wohnen. Besonders hervorgehoben wird dabei, wie sehr sich generationenübergreifendes Miteinander im Lebens- und Wohnumfeld konkret zeigt.

Diana Tilp, Stadtteilmanagerin in Schwarzenberg, die über Jahre hinweg Orte der Begegnung geschaffen und generationenübergreifende Zusammenarbeit im Quartier aufgebaut hat.

Mario Dübner, Quartiersmanager in Mittweida, dessen Arbeit im Wohngebiet Lauenhainer Straße zeigt, wie Wohnungswirtschaft, Kommune und Engagement gemeinsam tragfähige Nachbarschaften entwickeln können.

Diese Beispiele spiegeln wieder, dass Wirkung dort entsteht, wo Generationenarbeit an bestehende Strukturen anschließt – insbesondere im Lebens- und Wohnumfeld und in der kommunalen Praxis.

Der Beitrag schließt mit einer klaren Einladung an Wohnungsgenossenschaften und Akteure vor Ort, sich aktiv einzubringen – etwa über das Generationenbotschafter-Programm. Generationenarbeit wird damit nicht als abgeschlossene Aufgabe beschrieben, sondern als gemeinsamer Prozess.

2025 stand dabei im Zeichen der Vorbereitung

der Weiterentwicklung von Dialog- und Austauschformaten,

der Qualifizierung von Multiplikatoren

und der Schaffung von Instrumenten, die ab 2026 in Kommunen erprobt werden sollen.

„2025 war das Jahr, in dem wir Grundlagen gelegt haben.
2026 geht es darum, diese gemeinsam mit Kommunen, Wohnungswirtschaft und engagierten Akteuren anzuwenden und weiterzuentwickeln”

Torsten Pötzsch | Referent für kommunale Entwicklung bei der Sächsischen Generationenagentur

Generationenarbeit dort, wo sie konkret wird: im Quartier. Sie machen sichtbar, wie Wohnen, Engagement und kommunale Entwicklung zusammenspielen – und bestätigen zugleich den Ansatz der Sächsischen Generationenagentur, Generationenarbeit strukturell, praxisnah und vernetzt zu stärken.

Verband der sächsischen Wohnungsgenossenschaften (VSWG)

Die Verbandsmitteilungen werden vom Verband der sächsischen Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) herausgegeben. Der Verband vertritt die Interessen der sächsischen Wohnungsgenossenschaften und ihrer Mitgliedsunternehmen und ist eine zentrale Stimme der Wohnungswirtschaft im Freistaat Sachsen.

Die Zeitschrift erscheint regelmäßig und informiert über aktuelle Entwicklungen in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, über soziale und regionale Themen, politische Rahmenbedingungen sowie über gute Praxis aus Quartieren und Wohngebieten. Neben fachlichen Beiträgen richtet sie sich insbesondere an Entscheidungsträger:innen aus Wohnungsunternehmen, Kommunen und Verbänden.

Der Verband der sächsischen Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) ist der Spitzenverband der Wohnungsgenossenschaften und kommunalen Wohnungsgesellschaften im Freistaat Sachsen. Er vertritt die Interessen der gemeinwirtschaftlichen Wohnungsunternehmen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit und bietet Fachberatung in technischen, rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen.

Aufgaben und Funktionen

Der VSWG unterstützt seine Mitgliedsunternehmen in allen Fragen des genossenschaftlichen und kommunalen Wohnungswesens. Dazu gehören Rechtsberatung, technische Standards, Ausbildung, Digitalisierung und Energieeffizienz. Er bündelt Interessen gegenüber Landespolitik und Behörden und fördert Kooperationen innerhalb der sächsischen Wohnungswirtschaft.

Zentrale Fakten

  • Gegründet: 1990 (nach Neugründung im Zuge der deutschen Wiedervereinigung)
  • Sitz: Dresden, Sachsen
  • Mitglieder: Rund 200 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften
  • Wohnungsbestand: Über 300.000 Wohnungen im gesamten Freistaat
  • Mitgliedschaft: Im GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V.

Bedeutung für die Wohnungswirtschaft

Als zentrale Stimme der Wohnungsgenossenschaften trägt der Verband wesentlich zur sozialen und nachhaltigen Wohnraumentwicklung in Sachsen bei. Er setzt sich für bezahlbares Wohnen, Klimaschutz im Gebäudebestand und stabile Quartiersstrukturen ein. Durch gemeinsame Initiativen stärkt er die regionale Bauwirtschaft und soziale Integration.

Organisation und Struktur

Die Geschäftsstelle in Dresden koordiniert Facharbeitsgruppen, Veranstaltungen und Projekte. Der Verband arbeitet eng mit Bildungseinrichtungen, Forschungspartnern und anderen Landesverbänden der Wohnungswirtschaft zusammen. Präsident und Vorstand werden von der Mitgliederversammlung gewählt und repräsentieren den Verband nach außen.