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Kommunen als Gestalter des Alterns – Fachtag in Dresden

Impulse für eine seniorenfreundliche Gesellschaft

Am 5. November 2025 lud die Landesseniorenvertretung Sachsen e. V. gemeinsam mit dem Bildungswerk für Kommunalpolitik Sachsen e. V. zu einem Fachtag nach Dresden ein – mit dem Ziel, den Blick für das Altern als kommunale Querschnittsaufgabe zu schärfen. Unter dem Titel „Kommunen als Gestalter des Alterns“ standen zentrale Zukunftsfragen im Fokus: Wie können Quartiere generationenfreundlich gestaltet werden? Welche Rolle spielt die strategische Sozialplanung? Und wie gelingt es, kommunale Strukturen zu stärken, die soziale Teilhabe ermöglichen?

Bereits im Grußwort machte Heidrun Weigel, Vorsitzende der Landesseniorenvertretung, deutlich:

„Altern ist keine Randerscheinung, sondern eine zentrale kommunale Gestaltungsaufgabe.“

www.sms.sachsen.de/fachtag-der-landesseniorenvertretung-und-des-bildungswerks-fuer-kommunalpolitik-sachsen-11377.html

Mitten aus der Praxis: SGA-Referent für Kommunalentwicklung Torsten Pötzsch als Impulsgeber

Besonders gefreut hat uns, dass unser Kollege Torsten Pötzsch, Referent für kommunale Entwicklung in der Sächsischen Generationenagentur, den Fachtag mit einem pointierten Eröffnungsvortrag bereichern durfte. Als langjähriger Oberbürgermeister von Weißwasser brachte er nicht nur kommunalpolitische Erfahrung mit, sondern auch die Haltung, dass Gestaltung immer auch Begegnung braucht. Mit konkreten Beispielen aus seiner Amtszeit – wie regelmäßigen Fahrradtouren durch die Stadt oder Besuchen in Seniorenclubs – zeigte er, was es bedeutet, eine seniorenfreundliche Kommune wirklich zu leben. Sein Appell an die Teilnehmenden war klar: „Wer Altern gestalten will, muss zuhören, sichtbar sein und Räume schaffen.“ In seinem Impuls machte er deutlich, worauf es jetzt ankommt:

  • neue, auch unkonventionelle Beteiligungsformate
  • feste hauptamtliche Ansprechpersonen in den Kommunen
  • und vor allem: Orte, an denen Austausch zwischen Generationen entstehen kann

Torsten Pötzsch verkörpert genau das, wofür wir als Generationenagentur stehen – Praxisnähe, Dialog und der Wille, Dinge gemeinsam zu bewegen. Wir sind dankbar, dass er unser Team auf diese Weise stärkt und seine Expertise in landesweite Prozesse einbringt.

Diskussion auf dem Podium: Vom Konzept zur Umsetzung

In der anschließenden Podiumsrunde diskutierten Vertreter:innen aus Verwaltung, Politik und Praxis die konkreten Bedingungen für eine zukunftsfähige Seniorenpolitik. Dabei wurde deutlich:

  • Stabile Netzwerke, langfristige Ansprechpartner und eine klare strategische Anbindung in den Verwaltungen sind unerlässlich, um altersfreundliche Lebensräume zu schaffen.
  • Fördermittel allein lösen keine Probleme – entscheidend ist der Zugang: Enge Kontakte zu lokalen Parlamenten, der Blick auf Programme wie „Demokratie leben“, Unterstützung durch Engagementstiftung Sachsen oder Partner wie die Sächsische Generationenagentur können dabei Türöffner sein.

Erfahrung, Haltung und Perspektiven

Neben unserem Kollegen Torsten Pötzsch trugen auch die weiteren Podiumsteilnehmer:innen maßgeblich zum Gelingen der Fachtagung bei. Bärbel Moritz – Technikbotschafterin in Ebersbach-Neugersdorf – brachte als langjährige Ehrenamtliche nicht nur viel praktische Erfahrung aus der Seniorenarbeit mit, sondern auch den Blick für strukturelle Herausforderungen im ländlichen Raum. Thomas Früh, Landesseniorenbeauftragter des Freistaats Sachsen, betonte, dass generationengerechtes Denken strukturell verankert werden müsse – insbesondere durch kommunale Quartiersentwicklung, die alle Altersgruppen mitdenkt. Elly Martinek, Mitglied der Landesseniorenvertretung, sprach offen über die Herausforderungen auf kommunaler Ebene und machte sich stark für mehr Mitsprache älterer Menschen in politischen Prozessen. Sylvia Kempe, strategische Sozialplanerin im Landkreis Mittelsachsen und Preisträgerin des ALVI-Awards, brachte eine kommunale Perspektive ein, die sowohl datenbasiert als auch menschenzentriert ist – mit einem klaren Appell für altersgerechte Sozialplanung und nachhaltige Netzwerke.

Unser Fazit als Sächsische Generationenagentur

Die Einladung zum Fachtag und die Möglichkeit, als Impulsgeber präsent zu sein, haben uns gezeigt, wie stark das Interesse an generationengerechter kommunaler Entwicklung wächst und wie groß der Bedarf nach begleitender Beratung, Vernetzung und praxisnahen Lösungen ist.

Die Veranstaltung hat gezeigt: Generationenarbeit muss in die Fläche – wir bringen uns dabei weiterhin als strategischer Partner und operative Schnittstelle ein.

Ein hoffnungsvoller Ausblick von Torsten Pötzsch:

„Das Thema hat heute politische Relevanz. Es ist angekommen – im Koalitionsvertrag, in Förderprogrammen und bei den Menschen vor Ort. Das gibt Mut und Kraft für die nächsten Schritte.“